Presse Aachener Zeitung

Aachener Zeitung vom 6.3.2013

 

 

Jugendlichen wieder eine Perspektive bieten

Von: André Schaefer
Letzte Aktualisierung: 
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Sie helfen bei der Realisierung des Jugendangebotes „18+“: Tanja Müller (l.) und Judith Stehlo (beide Platinum) präsentieren mit dem „Engel“-Vorsitzenden Martin Lücker die „Prepaid-Kreditkarte“. Foto: Andreas Steindl

AACHEN.Wenn Martin Lücker als Vorsitzender und Initiator des Aachener Engel e.V. auf Sponsorensuche für krebskranke Kinder ist, stehen die Geldgeber oft bereit. Plant der gemeinnützige Verein allerdings den Ausbau der Präventivhilfe für Jugendliche mit sozialen und emotionalen Schwierigkeiten, gestaltet sich die Sponsorensuche überwiegend zäh.

„Wenn es um verhaltensauffällige Jugendliche geht, die mehr auf der Straße hängen als die Schulbank zu drücken, will sich niemand hervortun. So ein Thema schreibt sich kaum einer gerne auf die Fahne“, bemängelt Lücker.

Neue Lebensperspektive

Gerade deshalb haben die Engel ihr Angebot erweitert: „18 +“ ist der Name des erweiterten Abendprogramms für junge Menschen, mit dem die Aachener Engel in erster Linie Jugendlichen wieder eine Perspektive für ihren weiteren Lebenslauf bieten wollen. Seit 2005 engagiert sich der Verein für hilfsbedürftige Menschen – das Spektrum reicht von Opferschutz über Krebsbetreuung bis hin zur Integrationshilfe. Seit rund drei Jahren ist der Verein auch in Sachen Präventionsarbeit bei Jugendlichen erfolgreich unterwegs.

In Kooperation mit der Martin-Luther-King-Schule, die als Förderschule den Schwerpunkt auf emotionale und soziale Entwicklung legt, bieten die Aachener Engel schon länger ein umfassendes Nachmittagsprogramm nach 13 Uhr. Und danach? „Dann werden die Jugendlichen ins Nirvana geschickt und hängen überwiegend auf der Straße rum“, betont Lücker.

Anders die jungen Menschen, die das Angebot der Aachener Engel nutzen: Neben der kostenlosen Nachhilfe, die bis zu 90 Schüler in Anspruch nehmen, stehen Sport, Kultur und Freizeit auf dem Tagesplan. „Unser umfangreiches Boxangebot ist ein zentraler Bestandteil unseres Sportangebotes. Dabei geht es auch darum, das Gewaltpotenzial der Jugendlichen einzudämmen“, sagt der Vereinsvorsitzende. Aber auch Musikunterricht, Kinobesuche oder ein abendlicher Ausgang in die Pontstraße werden regelmäßig veranstaltet. Besonders beim letztgenannten Angebot ginge es darum, „den Jugendlichen zu zeigen, wie man sich in einer Kneipe verhält – ohne gleich in der nächsten Schlägerei involviert zu sein“, so Lücker.

Hilfe in der Schuldenfalle

Möglich wird das Angebot, weil der Verein in der Platinum Service AG einen Partner gefunden. „Wir helfen beispielsweise Jugendlichen, die in die Schuldenfalle getappt sind“, erklärt Geschäftsführerin Judith Stehlo, deren AG den Engeln mit einer Spende von 5000 Euro unter die Arme greift. „Auch wir haben es uns als Ziel gesetzt, jungen Leuten eine Chance zu geben“, so Stehlo.

 

 

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